Historie Schützenvogel

Unsere Schützenvögel bis 2013 gebaut von Familie Görg/Knafla
Unsere Schützenvögel bis 2013 gebaut von Familie Görg/Knafla

zum Teil Abschrift aus einer Festzeitschrift des Schützenvereins Erle

 

Das organisierte Schießen der waffenfähigen Bürger und Landbewohner diente Übungszwecken mit dem Ziel der Stadt- und auch der Landesverteidigung. Die vom Landesherrn oder vom Rat der Stadt berufenen und beaufsichtigten Schützen übten in regelmäßigen Abständen auf einem Schießplatz, wobei die Scheibe vorrangig als Zielobjekt gedient haben wird. Daneben fand einmal im Jahr ein Wett- oder Preisschießen der organisierten Schützen statt, das als Zielobjekt einen auf eine Stange gesteckten Vogel vorsah.

 

In den ältesten schriftlichen Zeugnissen wird dieser Vogel stets als Papagei bezeichnet. Der Papagei wird in Mitteleuropa durch die Kreuzzüge bekannt und erfreut sich bei Kirchenfürsten und an adeligen Höfen, aufgrund seines Aussehens und seiner Gelehrsamkeit, wachsender Beliebtheit.

 

Entwurf 2013, Manfred Gwosdz
Entwurf 2013, Manfred Gwosdz

Es spricht manches dafür, dass die bürgerliche Welt der aufstrebenden und sich von den Landesherrn loslösenden Städte diesen Vogel als Symbol wählten und die Haltung von Papageien, wie auch das Vogelschiessen der ritterlichen Welt entlehnt hat. 

 

Das Schießen auf den Papageien als Schützenvogel wird frühestens für das beginnende 14. Jahrhundert überliefert. Auch jene frühen schriftlichen Zeugniss, die nicht nach ausdrücklich vom Papagei, sondern vom Vogel sprechen, meinen einen irgendwie gearteten, exotisch wirkenden Vogel, nicht jedoch den Adler.

 

Der Adler als Abschussvogel kommt wahrscheinlich erst im 16. Jahrhundert auf und wird dem heraldischen Adler des Reiches nachgebildet gewesen sein, während der im westfälichen Landen frühestens seit dem 17. Jahrhundert nachweisbare Adler wohl das Wappentier Brandenburg-Preußens gewesen ist.

 

 

Vogelbauer Bernhard Heisterkamp, Entwurfsverfasser Manfred Gwosdz mit unserem Königspaar
Vogelbauer Bernhard Heisterkamp, Entwurfsverfasser Manfred Gwosdz mit unserem Königspaar

Der Adler erfreute sich vor allem deshalb wachsender Beliebtheit, weil er mit Insignien (Krone, Zepter, Reichsapfel) ausgestattet werden konnte. Eine Praxis, die sich bis heute erhalten hat.

 

Über das Aussehen historischer Abschussvögel ist beinahe nicht bekannt. Ältere Objekte haben sich nicht erhalten, wenn man von den ganz wenigen besonders schön und zu Repräsenta-tionszwecken gearbeiteten Vögeln absieht, die vielleicht als Vorlage gedient haben.

 

Die meisten Vögel lassen sich ihrer Art nach nicht näher bestimmen. Sie gleichen mehr oder minder Enten, Gänsen, Tauben, Hühnern, Hähnen und werden nicht selten mit dem Spitznamen „alte Krähe“ bedacht.

 

Der Rumpf der hölzernen Vögel bestand ursprünglich aus Eiche oder Weißbuche. Flügel, Schwanz, Kopf und Hals aus Fichte oder Tanne. Der Korpus war zwischen 13 und 18 cm stark, die Längenmaße bewegen sich zwischen 0.80 m und 1,00 m, die Spannweite der Flügel zwischen 0,90 m und 1,15 m. Traditionell wird ein Vogel im Festzug mitgeführt, bevor er am Tag des Königsschießens auf die Vogelstange aufgesetzt wird.

 

Der Vogel 2013 im "Rohbau"
Der Vogel 2013 im "Rohbau"

Heute wird der Vogel aus Sperrholz, Weichholz und Fichte gebaut. Der Korpus ist insgesamt ca. 3 cm dick.

 

Für 10 Schützenfeste baute die Familie Görg (Thomas Görg/Achim Knafla) für unseren Schützenverein wirklich schöne, handwerklich äußerst anspruchsvolle Vögel.

 

Zum Schützenfest 2013 traten neue Regeln für das Schießen auf den Vogel und so letztlich auch für den Bau der Schützenvögel in Kraft. Die Vögel müssen vom Korpus her passend für die jeweils zum Einsatz kommende  Vogelstange und die für diese Vogelstange zugelassene Munition gebaut werden. 

 

Die Vogelstange für 2013
Die Vogelstange für 2013

Für die während unseres Schützenfestes zum Einsatz kommende Vogelstange aus Bahnhof Reken ist als Munition  ausschließlich Schrot zugelassen. Das hat zur Folge, das ein ganz anderer Vogel als in der Vergangenheit  auf die Vogelstange aufgesetzt wird. In diesem Jahr baut der Vater unserer amtierenden Schützenkönigin, Bernhard Heisterkamp, mit dem Entwurfsverfasser Manfred Gwosdz, die für diese Vogelstange erforderlichen und zulässigen Vögel. Alle Schützen, Vogelbauer und Schießaufsicht sind gespannt wie sich der neue, ebenfalls handwerklich und künstlerisch anspruchsvolle Vogel „bewährt“.

 

 

 

An dieser Stelle ein besonderes Dankeschön an alle bisher am Vogelbau für unsere Schützenfeste Beteiligten als da wären:

 

Thomas Görg, Achim Knafla, Bernhard Heisterkamp, Manfred Gwosdz.

 




Unser Königspaar

König Manuel I.

Kabbe

mit seiner

Königin Annette II. Krampe


Sich selbst nur Freude machen,

macht keine Freude.

Freude macht nur Freude,

wenn sie geteilt wird.


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